UTFS 2026 – Kalt gestartet, heiß gelaufen, glücklich angekommen
Am 25. April 2026 stand ich, Jürgen Weinrauch, zum zweiten Mal beim UTFS Ultratrail Fränkische Schweiz am Start. Für den LIWA‑Lauftreff unterwegs, reiste ich gemeinsam mit Leander Schade, ebenfalls vom LIWA‑Lauftreff, bereits am Vortag nach Ebermannstadt. Wir holten unsere Startnummern ab, genossen die entspannte Atmosphäre und ließen uns die traditionelle Nudelparty nicht entgehen. Für Leander war es der erste Start beim UTFS, entsprechend groß war seine Spannung – und meine Vorfreude, die Strecke erneut unter die Füße zu nehmen.
Der Renntag begann frostig. Etwa 3 Grad lagen über dem Wiesenttal, als wir uns zum Start begaben. Die Luft war klar, die Stimmung konzentriert, und pünktlich um 7 Uhr setzte sich das Feld von knapp 500 Läuferinnen und Läufern in Bewegung. Das Zeitlimit von 12 Stunden ließ genug Raum, aber die Strecke würde wie immer keine Gnade kennen.
Schon früh kündigte sich an, dass der Tag zwei Gesichter haben würde: ein eiskalter Morgen und ein später überraschend warmer Frühlingstag, der die Anstrengung noch einmal deutlich erhöhte.
Die 66 Kilometer mit ihren 2.720 Höhenmetern zeigten sofort, warum der UTFS zu den schönsten, aber auch härtesten Frühjahrstrails Deutschlands zählt. Endlose Singletrails, steile Anstiege, über 1.500 Stufen, technische Downhills, Höhlen, Felswände und immer wieder die Wiesent an unserer Seite – die Strecke war ein einziges Naturerlebnis. Die Wärme im Tagesverlauf machte die Anstiege schwerer, die Downhills fordernder und die Verpflegungspunkte wertvoller.
Und genau dort zeigte sich, was den UTFS so besonders macht: Die Organisation war erneut vorbildlich. Die Helferinnen und Helfer standen mit einer Begeisterung an der Strecke, die man auf jedem Kilometer spürte. Sie feuerten an, motivierten, halfen, wo es nötig war – und sorgten dafür, dass man sich trotz aller Härte bestens aufgehoben fühlte. Das Verpflegungsangebot war in diesem Jahr wieder herausragend und sogar für Veganer absolut top und bemerkenswert. Eine Auswahl, die man auf Ultratrails selten in dieser Qualität findet.
Ich selbst versuchte, das Rennen kontrolliert anzugehen. Die Erfahrung aus dem Vorjahr half enorm, und trotz der Hitze fand ich meinen Rhythmus. Nach 9:45 Stunden lief ich glücklich ins Ziel ein – fünf Minuten schneller als 2025. Kein großer Sprung, aber ein ehrlicher, hart erkämpfter Fortschritt, der sich richtig gut anfühlt.
Auch Leander meisterte sein UTFS‑Debüt beeindruckend und erreichte nach 10:46 Stunden das Ziel. Ein starkes Ergebnis auf einer Strecke, die selbst erfahrenen Trailrunnern alles abverlangt.Im Ziel wartete eine ganz besondere Finisher‑Trophäe, die jetzt direkt neben der vom Vorjahr steht – zwei kleine Erinnerungen an zwei große Tage. Die Mischung aus frostigem Start, sommerlicher Wärme, technischer Strecke und perfekter Organisation machte den UTFS 2026 zu einem Erlebnis, das lange nachwirkt.
Wie immer habe ich auch dieses Jahr einen Film zum Lauf produziert. Wer die Atmosphäre, die Trails und die Highlights des UTFS erleben möchte, findet das Video auf meinem YouTube‑Kanal: UTFS Ultratrail Fränkische Schweiz