Trans Alpine Run 2022
  12.09.2022

Der Trans Alpine Run (TAR) bezeichnet sich als eines der härtesten, spektakulärsten und emotionalsten Trailrunning-Events der Welt und hat für die Trailrunning Szene einen vergleichbaren Stellenwert wie die Tour de France für die  Rennradfahrer.
Der TAR 2022 startete am 3. September in Garmisch-Partenkirchen und führte in 8 Tagesetappe mit einer Distanz von 290 Kilometern und 17.320 Höhenmeter im Uphill sowie 15.470 hm im Downhill über die Alpen bis nach Südtirol. Also genaugenommen zweimal auf den Mt Everest und wieder zurück.  Das Besondere an diesem Event ist, dass man es als Team, bestehend aus 2 Läufern, durchlaufen muss.  Das Reglement schreibt vor,  dass das Team an den Kontrollpunkten nie weiter als 2 Minuten Abstand zueinander haben durfte. Man musst also permanent seinen Laufpartner im Blick haben. Am Start waren 267 Teams mit Läuferinnen und Läufern aus 27 Nationen. Dazu gesellten sich weitere 150 2er Teams, die an den ersten beiden Tagen beim „RUN2“ Transalpine-Luft schnuppern konnten.

Vom LIWA-Lauftreff hatten sich insgesamt 14 Läuferinnen und Läufer für dieses läuferische Highlight angemeldet. Die komplette Tour über 8 Tage hatten sich  Berni Bucher im vereinsinternen Team mit Rolf Schwarz,Uli Maier mit Matze Naupold aus Kempten und Kalle Dravec mit Andreas Lonardoni aus Wißgoldingen vorgenommen.  
Weitere 5 Teams mit Läuferinnen und Läufer vom TSV Lichtenwald wollten beim RUN2 in das Trailrunning hineinschnuppern. Hier waren an 2 Tagen  insgesamt 75km mit 4.000hm zu bewältigen. Es bildeten sich vier Damen Teams, Andrea Maier mit Chrissi Ehnes, Helga Prigge mit Kathrin Güntzschel, Conni Neumann mit Christin Baar, Cinzia Zeltenhammer mit Beate Herbert und das Männer Duo Christoph Templin mit Nico Elsäßer.

RUN2 – 2 Tage – 74 km – 4.300 hm
Mitten im Feld mit den fast 300 Teams, die sich den ganzen TAR vorgenommen hatten. Beide Etappen waren im Großen und Ganzen gut laufbar, mit nur wenigen sehr technischen Abschnitten.
Die Einstiegsetappe mit 43km und 2.300 hm war schon ein ordentliches Brett. Die zweite Etappe war zwar 10km kürzer, doch geprägt von mehreren sehr steilen und kräftezehrenden Aufstiegen. Für sehr viel Frust und Unmut sorgte die Tatsache, dass der Veranstalter die Etappe mit ca. 1.700 hm angegeben hatte, es am Ende jedoch fast 2.000 hm wurden, was sich erheblich auf die Zeiten auswirkte und Folgen für eines unserer Damen Teams hatte.

Das LIWA Herren Team Christoph Templin/Nico Elsäßer kämpfte sich mit 10:45 Std. Laufzeit auf einen hervorragenden 15. Platz in der Hauptwertung der Männer.  Die 4 LIWA-Berghühner Teams waren unterschiedlich erfolgreich unterwegs. Während Cinzia Zeltenhammer/ Beate Herbert (14:26 Std.) und  Andrea Maier/Chrissi Ehnes (17:50 Std.) ein erfolgreiches Finish feiern durften, war für das Team Helga Prigge/Kathrin Güntzschel verletzungsbedingt schon nach der ersten Etappe Schluss und das Team Conni Neumann/Christin Baar wurde am zweiten Tag bedauerlicherweise Mitten im Aufstieg zum letzten Gipfel wegen einer von den Strecke Posten vermuteten Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen. Sehr schade und frustrierend, denn die beiden hätten den Lauf auf alle Fälle zu Ende bringen können.
Am Ende betrachten wir jedoch nicht nur allein das reine Wettkampf Ergebnis, sondern die Leistung, welche im gesamten Jahr erbracht wurde. Alle haben sehr viel Ehrgeiz, Trainingsfleiß, Zeit und auch Geld investiert, dabei ein beeindruckende läuferische Entwicklung gemacht und große Freude am Trailrunning entdeckt.

TAR – 8 Tage – 290 km  - 17.000 hm
Die 8 Tage waren wettertechnisch von vielen Extremen begleitet. Den ersten Etappen mit Temperaturen über 25 Grad folgten Tage mit Starkregen, Gewittern und Temperaturen um den Gefrierpunkt, die unter anderem auch zu Streckenänderungen und an der 7. Etappe auch zu einem Rennabbruch führten.  Doch genau diese Extreme, diese Weiten, die Höhen, die unterschiedlichsten und ständig wechselnden Untergründe in der alpinen Landschaft sind die Herausforderungen, welchen sich diese Extremsportler auch stellen wollen.

 

 

Während es für Berni, Rolf und Kalle bereits mehrfach beim TAR gestartet waren, sollte es für Uli, Matze und Andreas der überhaupt erste Etappenlauf werden

In den ersten beiden Etappen ging darum sich an die Umgebung zu gewöhnen, ins Rennen hineinzufinden und sich nicht schon zu sehr zu verausgaben. Für das Duo Bucher/Schwarz ging es von Beginn an nur darum die harten Cut-Off Zeiten einzuhalten, um möglichst lange im Rennen bleiben zu dürfen. Leider erwischte es die beiden bereits an der zweiten Etappe am letzten Kontrollpunkt. Hier kamen sie 6 Minuten zu spät an und wurden knallhart aus dem Rennen genommen. Maier/Naupold hielten sich überwiegend in der Mitte des Feldes  während sich Dravec/Lonardoni gleich im vorderen Drittel positionierten.
Die folgenden Etappen führten vom  Pitztal, ins Ötztal, ins Stubaital bis nach Italien.  Spätestens ab hier hatte sich das  Feld weitestgehend auch leitungsmäßig sortiert. Man registrierte im Prinzip immer dieselben Teams um sich herum. Es kristallisierte sich heraus wer zur Spitzengruppe gehört, wer sich im Mittelfeld tummelt und wer täglich darum kämpfen musste, die Cut-Offs zu schaffen. Auch Maier/Naupold und Dravec/Lonardoni festigten in diesen Etappen ihre Positionen.

Vor den letzten beiden Etappen waren dann die körperlichen Belastungen deutlich spürbar. So mancher Körper war übersäht mit kleineren Schürfwunden und Prellungen, die man sich im rauen und dicht bewachsenen Gelände zugezogen hatte. Auch so manche Muskelpartie machte sich deutlich bemerkbar, nicht mehr bei allen lief es rund. So war dann auch die Dankbarkeit über den Rennabbruch in der 7. Etappe um ein vielfaches mehr verbreitet, als die Enttäuschung über die Kürzung. Der Tag der letzten Etappe von Sterzing nach Vals in Südtirol bot wieder normale Witterungsbedingungen. Die Strecke mit 35km und 2.700hm war nochmal ein richtige Herausforderung.  Die beiden verbliebenen LIWA-Läufer Uli Maier und Kalle Dravec kämpften sich  mit ihren jeweiligen Team-Partnern  Matze Naupold und Andreas Lonardoni auch durch die letzten Kilo- und Höhenmeter. Alle Vier genossen die letzten Kilometer und den emotionalen Zieleinlauf auf dem roten Teppich in der Tennishalle von Vals.

Mit einer Gesamtlaufzeit von 37:45:29 Stunden platzierten sich das Team Dravec/Lonardoni in den TOP 10 und feierten einen herausragenden 9. Platz in der sehr stark besetzen Senior Master Men Wertung. Maier/Naupold waren 44:52:19 Stunden unterwegs und platzierten sich auf den 32. Rang in der Master Men Wertung.

Von den 267 ins Rennen gegangenen 2er Teams schafften es am Ende 210 gemeinsam über die Ziellinie in Vals.
 

erstellt von Kalle

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