Lauf über das Kaisersträßle auf dem Schurwald
  08.11.2020

Das „Kaisersträßle“ ist eine aus dem Mittelalter überlieferte Ost-West-Verbindungslinie über den Höhenrücken des Schurwalds. Im Volksmund heißt es, das Sträßle hätte den staufischen Kaisern für ihre Ritte vom Hohenstaufen zu ihrer Kaiserpfalz Waiblingen gedient. Einzelne Abschnitte werden heute auch noch als „Römerstraße“ bezeichnet. Das Kaisersträßle beginnt im Westen am  Fuße des Fellbacher Kappelbergs und endet nach etwas mehr als 43 Kilometern am Wäscherschlössle, dem Taufschloss der Staufer,  unterhalb des Hohenstaufens. Auf dem Weg durchquert am zudem gleich vier Landkreise.
Der Teilabschnitt zwischen dem Jägerhaus in Esslingen bis zur Kreuzung zwischen Thomashardt und Schlichten, dient den LIWA-Läufern schon lange als bewährte Trainingsstrecke. Nach dem Filstallauf im Juni hatte Kalle es sich schon lange als Ziel gesetzt, auch mal das komplette Kaisersträßle abzulaufen, immerhin eine volle Marathon-Distanz. Wegen der aktuellen Corona Verordnungen konnte er das Projekt leider maximal mit einem Laufpartner angehen. Den fand er in Andreas Lonardoni vom DJK Schwäbisch Gmünd.
Beide trafen sich am Mittwoch am Bahnhof in Lorch um mit dem Zug bis nach Fellbach zu fahren. Von dort aus starten sie bei eher trübem und nasskalten Wetterbedingungen zurück in Richtung Wäscherschlössle. Direkt in Fellbach ging es erstmal hoch auf den Kappelberg. Der Anstieg wurde durch die herbstliche Farbenpracht der Weinberge und mit einem weitschweifenden Ausblick bis nach Stuttgart versüßt. Auf dem Höhenrücken des Schurwaldes angekommen führte die Route am Esslinger Jägerhaus vorbei. Im Wald sorgten von buntem Laub übersäte Wege für ein wunderbares Laufgefühl. Es folgte der Schlössles See bei Baltmannsweiler. Auf Höhe Thomashardt hatte man dann ungefähr die Hälfte der Strecke geschafft. Weiter ging es über Schlichten bis nach Oberberken, wo man den höchsten Punkt der Strecke erreicht hatte. Über die Ortschaften Adelberg, Rattenharz, Unter- und Oberkirneck erreichten die beiden Läufer schließlich den Wäscherhof und das Wäscherschlössle wo das Kaisersträßle offiziell auch sein Ende hat. Doch die beiden hatten dann noch ein paar Kilometer zurück zum Bahnhof in Lorch vor sich. Am Ende standen 53 kurzweilige Kilometer auf den Laufuhren und ein weiterer Lauf in unserer schönen, abwechslungsreichen und geschichtsträchtigen Heimat.