Andrea & Kalle beim Tokyo Marathon in Japan
Das Läuferpaar Andrea & Karlheinz Dravec haben sich einen weiteren sportlichen Traum erfüllt und sind Ende Februar nach Japan geflogen um dort am 1. März am Tokyo Marathon teilzunehmen.
Neben Berlin, London, New York, Chicago, Boston und Sydney zählt der Tokyo Marathon mit 39.000 Teilnehmenden zur internationalen Wettkampfserie der World Marathon Majors, welches die weltweit sieben größten Marathon Veranstaltungen zusammenfasst und in diesem Jahr ihr 20 jähriges Bestehen feiert. Das Ziel von Andrea und Kalle ist, an mindestens sechs dieser World Marathon Majors teilzunehmen und sich damit eine spezielle Auszeichnung zu sichern.
Tokyo ist die Hauptstadt Japans und zählt mit seinen 10 Millionen Einwohnern im Zentrum und weiteren 30 Millionen Einwohnern im direkten Einzugsgebiet als drittgrößtes Ballungszentrum der Welt.
Der Tokyo Marathon startete traditionell vor dem Tokyo Metropolitan Government Building im Stadtteil Nishi‑Shinjuku und führte die Teilnehmer auf einer 42,195‑Kilometer‑Route vorbei an weiteren zentralen Stadtteilen und Sehenswürdigkeiten bis zur Zielgerade vor der Gyoko‑Dori Avenue nahe dem Tokyo Station. Ungewöhnlich war, dass der Start für alle 39.000 Teilnehmenden gleichzeitig erfolgte und nicht in mehreren Wellen, wie es bei den anderen Läufen üblich ist. Insgesamt hatte man 7 Stunden Zeit um die Strecke zu bewältigen. Ebenso ungewöhnlich für einen Stadtmarathon war, dass es insgesamt acht feste Cut-Off Punkte gab, die zu einer bestimmten Uhrzeit (nicht Laufzeit) überquert sein mussten, da man sonst aus dem Rennen genommen wurde. Der letzte sogar bei km 38,5, also kurz vor dem Zielkanal. Wer aus dem hinteren Feld gestartet ist, brauchte allein fast 30 Minuten, bevor er überhaupt über die Startlinie trat und musste eine Laufzeit von unter 6:30 Stunden anvisieren, um nicht in Gefahr zu kommen, die Distanz nicht komplett durchlaufen zu dürfen.
Sonniges Wetter und ein sehr flacher Streckenverlauf sorgten für gute Bedingungen. Wie auch bei den anderen großen Metropolen Marathons bildeten hunderttausende Zuschauer entlang der Strecke eine lebendige Kulisse. Allerdings erfolgten die Anfeuerungen durch die Japaner, naturell bedingt, etwas weniger enthusiastisch, als man es aus den anderen Ländern kennt. Dennoch war es einer der am besten organisierten Laufveranstaltungen dieser Serie. Man kann es kaum beschreiben, wie viele Helferinnen und Helfer auf der Strecke präsent waren und dafür sorgten, dass man ausreichend mit Getränken versorgt und gleichzeitig jeder kleinste Müll sofort eingesammelt wurde. Außergewöhnlich war auch, dass es fast alle zwei Kilometer die Gelegenheit gab im Bedarfsfall ein Toilettenhäuschen aufzusuchen.
Andrea und Kalle starteten getrennt voneinander, jeder wollte für sich in seinem Tempo laufen. Kalle startete so ziemlich aus der Mitte aller Startblöcke heraus, lief nach 3:55:31 Stunden im Ziel ein und durfte damit bereits sein sechstes Finish dieser Serie feiern. Er wurde nach seinem Zieleinlauf mit der Six-Star-Finisher Medaille ausgezeichnet und trug sich damit in die Hall-of-Fame unter die ersten 1.000 deutschen Marathon Läufer ein, welche diese Marke aktuell erreicht haben.
Andrea, die aus dem zehnten von elf Startblöcken startete, konnte alle Befürchtungen wegen der Cut-Offs schon nach den ersten Kilometern ablegen und sich einen ordentlichen Puffer herauslaufen. Sie benötigte 5:30:42 Stunden und sicherte sich damit ihren fünften Stern der World Marathon Majors Serie.
Natürlich fliegt man nicht um die halbe Welt nur um an einem Marathon teilzunehmen. Im Anschluss an den Marathontag nahmen die beiden noch an einer einwöchigen Rundreise durch Japan teil und lernten neben historischen Orten, die Geschichte des Landes und die typischen Merkmale der Japaner, wie Höflichkeit, Respekt, Bescheidenheit, Zurückhaltung, Disziplin, Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Gastfreundschaft kennen und sehr zu schätzen.