Marathon-Major Sterne sammeln in Down Under

  04.10.2026
Die LIWA-Lauftreffler Michaela Rahm, Katrin Güntzschel sowie Andrea & Karlheinz Dravec haben Ende August in Australien ihre Medaillen Sammlung im Rahmen der World Marathon Majors Serie um einen weiteren Stern erweitert.

Letztes Jahr wurde der Sydney-Marathon offiziell als siebtes World Marathon Majors-Event anerkannt und zählt nun mit Berlin, Boston, Chicago, London, New York und Tokio zu den weltweit größten und bedeutendsten City-Marathon Läufen. Diese Anerkennung verwandelte diese ohnehin schon beliebte Veranstaltung in eine weitere globale Ikone, die in diesem Jahr  45.000 Teilnehmende aus über 160 Ländern anzog. 

Sydney zählt ohnehin schon zu den großartigsten Städten der Welt und dieser Marathon ist eine perfekte Ausrede für eine Reise dorthin. Schon in den Tagen vor dem Marathon Event herrscht eine stimmungsvolle Atmosphäre in der Stadt, die am Vorabend des Laufes mit einem imposanten Feuerwerk über dem Opernhaus ihren Höhepunkt findet. 

Jeder Marathon ist hart, doch mit seinem sehr welligen Streckenprofil mit insgesamt 350 positiven Höhenmetern wird Sydney als der herausforderndste aller sieben Marathon-Majors eingestuft. Es ist Frühlingsanfang in Australien. Am Start zwischen 7:00 und 8:00 Uhr herrscht ideales Laufwetter bei ca. 6 Grad, die sich jedoch im Tagesverlauf auf bis zu 20 Grad erhöhten. Die Strecke lebt von einem spektakulären Abschnitt gleich zu Beginn. Nur wenige Kilometer nach dem Start überquert man die weltberühmte Sydney Harbour Bridge mit Blick auf den Hafen, auf das Opera House und auf die Skyline der Stadt. Dort gibt es keine Zuschauermengen, es sind nur Läufer auf der Brücke, die dabei ein eigenes, stimmungsvolles Feuerwerk erleben. Ein paar Kilometer später durchläuft man das Hafengebiet und passiert „The Rocks“, den ältesten Stadtteil Sydneys. Immer wieder erhascht man ein Blick auf die Harbour Bridge oder auf das Sydney Opera House. Diese Momente sind so umwerfend schön, dass tausende Läuferinnen und Läufer ihr Tempo reduzieren, ein Handy aus der Tasche kramen um diese grandiose Aussicht zu fotografieren. 

Der Hauptabschnitt des Rennens ist ein langer Hin-und-Zurück-Abschnitt. Dennoch wechselt  die Route z.B. durch kleinere Schwenker in einen Park oft die Umgebung, sodass man immer wieder eine andere Atmosphäre und Dinge zum Beobachten hat, was die Route interessant hält. Die Hügel verteilen sich so weitläufig, dass es nie wirklich lange und steil bergauf geht. Der längste und steilste Hügel präsentiert sich dann leider erst nach gut 40 km, also recht spät im Rennen, wenn eh schon alles weh tut. Doch der Blick auf das nahe Ziel und eine großartige Publikumsunterstützung lenken etwas von den innerlichen Leiden ab. Direkt danach folgt dann ein unvergessliches Finish. 

Der Sydney Marathon hat eine der schönsten Marathon-Ziellinien der Welt. Die letzten 400 Meter gehen leicht bergab mit Blick auf die Bucht zu. Hier ist der Zuschauerzuspruch am größten, man sieht zuerst den Hafen, dann die beeindruckende Sydney Harbour Bridge und schließlich kommt das Opernhaus in Sicht. Man überschreitet die Ziellinie und befindet sich an einem der ikonischsten Orte Sydneys – und der Welt. Und ganz egal ob man ein gutes oder eher schlechtes Rennen hatte, der Moment wenn man diese Ziellinie überquert ist etwas ganz Besonderes.

Direkt dahinter bekam man eine besondere, vermutlich einmalige, Medaille überreicht. Besonders deshalb, weil auf ihr die Wahrzeichen der Stadt Sydney abgebildet sind. Eben nur mit einem kleinen Fehler, der besonders uns Deutschen ein schelmisches Grinsen abverlangt. Anstatt der Sydney „Allianz Arena“ ist dort nämlich die Münchner Allianz Arena abgebildet. Da hat wohl die KI einen kleinen Streich gespielt…

Unvergesslich bleibt auch die Zeit im Athleten Dorf nach dem Rennen. Hier trafen wir uns alle mit unseren Familien und genossen mit einem Finisher-Bier in der Hand, einen weiteren fantastischen Blick über den Hafen und auf den Zieleinlauf vor dem Opera House. Es war ein besonderes Erlebnis, auch weil wir es als kleine LIWA-Lauftreff Familie zusammen feiern konnten. 

Trail Marathon in Perth/Australien

Während die beiden anderen Familien ein paar Tage nach Sydney ihre Heimreise antreten mussten, reisten Andrea & Kalle von der Ostküste zur Westküste Australiens um dort ihren Urlaub fortzusetzen und die außergewöhnliche Landschaft zu erkunden. 
Als die beiden sich gerade in der Metropole um Perth aufhielten, wurden sie zufällig auf eine Trail-Run Veranstaltung im Buschland aufmerksam. Dem 3 Valley Marathon Trail. Ok, man hatte ja die Laufsachen eh schon dabei und so ein Trailrun durchs Buschland kann ja auch durchaus spannend sein. 
Da es gleich mehrere Distanzen zur Auswahl gab, meldeten sich die beiden kurzfristig noch an und brachten damit internationales Flair in die eher nur lokal bekannte Veranstaltung. Andrea über 10 km mit 350 Höhenmetern, Kalle über die komplette Marathon Distanz inkl. 1.250 Höhenmeter. Spannend war die für Trailläufe übliche Mindestausrüstung. Während bei uns zuhause empfohlen wird gegen Zeckenbisse geimpft zu sein, war es hier zwingend erforderlich u.a. Bandagen und Mittel gegen evtl. Schlangenbisse mitzuführen. Okeeee.

Am Morgen des Laufes nieselte es leicht und auch hier lagen die Temperaturen im einstelligen Bereich. Die Strecke führte dann auch überwiegend auf roter Erde und durch dicht verwachsenes Buschland. Die Trails waren ähnlich denen auf der schwäbischen Alb, viele Wurzeln und Steine aber insgesamt gut laufbar. In manchen Abschnitten waren auch noch deutliche Spuren von früheren Buschbränden sichtbar. Da das Läufer Feld für entsprechend Betrieb im Busch sorgte, zog sich die Tierwelt zurück und zeigte sich nicht. So konnte man sich befreit vor irgendwelchen Gefahren der anspruchsvollen Strecke widmen. Andrea benötigte für ihren Lauf etwas mehr als 1,5 Stunden, Kalle war auf der Marathon Strecke auch mal für längere Zeit alleine unterwegs, finishte nach 4:50 Stunden und schaffte es damit sogar unter die Top 10. 
Das Erlebnis war zwar komplett anders als eine Woche zuvor in Sydney, aber ebenso unvergesslich. Danach machten die beiden wirklich auch mal Urlaub.

 

Kalle

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