Freiwasserschwimmen und Trailrunning in einer der spektakulärsten Kulissen der Ägäis auf Santorin!

  29.10.2026
Unser Genussläufer Jörg Schneider nimmt während seines Urlaubs spontan an einem spektakulären Trailrun auf der griechischen Insel Santorin teil

Santorin ist die südlichste Insel der Kykladen, näher an Kreta als an Piräus, mit einer Küstenlinie von gerade einmal 70 km. Die Insel gehört zu den Überresten einer prähistorischen Insel, die zu einem der weltweit führenden Reiseziele gehört. Neben den landschaftlich unbeschreiblichen Schönheiten, muss auch ein spektakuläres Event, die „Santorini Experience“ erwähnt werden. Es ist das größte Sportereignis der Insel, das jeden Herbst Athleten aus der ganzen Welt anlockt. Die Insel umschließt ein tiefes, bis zu 370 m tiefes Meeresbecken. Dieses Becken ist die Caldera! Und in bzw. entlang dieser Caldera verläuft diese Veranstaltung. Das besondere an diesem Wettbewerb, er ermöglicht den Einwohnern eine kostenlose Teilnahme, ein bedeutender Vorteil für die Insulaner. Die gesamte Insel läuft, schwimmt und feiert gemeinsam und durch diese Initiative wird etwas von internationaler Bedeutung für die lokale Bevölkerung zugänglicher, die das Ereignis hautnah erleben kann. In den Gewässern der Caldera bis hin zur Ziellinie in Oia und dem Sonnenuntergang in Fira ist Santorin nicht bloß die Kulisse für die Veranstaltung – die Insel selbst ist ihr eigentlicher Protagonist. 

Samstag liegt der Schwerpunkt auf dem Schwimmen: Die 2,4 km-Strecke führt vom der vorgelagerten Vulkaninsel bis zum alten Hafen von Fira. Am Sonntag, erreicht das Programm seinen Höhepunkt mit den Trail-Läufen, 15-, 10- und 5 km, wobei der 10er die Königsetappe darstellt. Dank der kostenlosen Teilnahme können mehr Einwohner an der Aktion teilhaben und ein einzigartiges mehrtägiges Sportereignis hautnah erleben. Der Nutzen der Veranstaltung beschränkt sich somit nicht nur auf die internationale Vermarktung des Reiseziels; vielmehr kommt sie auch der lokalen Gemeinschaft zugute – durch ein Erlebnis, das den Menschen auf Santorin offensteht. Am Rande bemerkt folgendes: für die Teilnahme am Schwimmwettbewerb ist ein ärztliches Attest eines Kardiologen vorzulegen, das nicht älter als 8 Wochen sein darf. Würde bei uns in Deutschland nicht funktionieren, die Wartezeiten für einen entsprechenden Termin sprechen da wohl dagegen.

Die Schönheit der Insel war mit ein Grund für unseren Genußläufer Jörg Schneider  dort mit seiner Frau einen Kurzurlaub zu verbringen. Zufall, dass ausgerechnet in dieser Woche das spektakuläre Event stattfand und es gelang ihm auch, einen Startplatz zu ergattern. Es sieht schon beeindruckend aus, wenn man so die Teilnehmerliste anschaut und unter den vielen nationalen Clubnamen aus Griechenland und den internationalen Namen plötzlich einsam und verlassen TSV Lichtenwald liest und feststellen muss, dass man der einzige männliche Finisher aus Deutschland war. 2-3 Frauen waren noch dabei und ganz überraschend eine größere Gruppe eines bekannten deutschen Sport-Teams (Name sei hier nicht erwähnt), von denen allerdings keine/r finishte.

Der 10-km-Geländelauf begann mit einem kurzen Abschnitt auf einem breiten Feldweg. Danach folgte ein langer, steiler Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 12 %. Der Weg wurde schmaler, und der Untergrund ändert sich – es lagen dort viele Steine, was erhöhte Aufmerksamkeit erforderte. Oben angekommen ging es bergab bis zur erste Verpflegungsstation, danach ein kurzes Stück auf Asphalt mit einer moderaten Steigung. Anschließend führte der Weg wieder auf einen Untergrund aus weicher, lockerer Erde; hier war Vorsicht geboten, da es recht rutschig wurde. Es folgt ein etwa 700 Meter langer, sehr steiler Abschnitt, der einem atemberaubende Ausblicke bot. Die Caldera, der Vulkan, Dörfer auf den Klippen und ringsum die Ägäis – spektakulär! Viele Läuferinnen und Läufer blieben stehen und zückten ihre Handys um diese grandiosen Anblicke zu fotografieren.

Der anspruchsvolle Anstieg endete bei einer Kapelle, von dort kurz bergab bis zur zweiten Verpflegungsstation. Danach waren es noch etwa 500 Meter bis zum Wendepunkt und dem Rückweg. Dieser verlieft weitgehend auf derselben Strecke – mit einer Ausnahme - vor der Kapelle bog man rechts auf einen befestigten sehr engen Pfad ab (auch hier war große Aufmerksamkeit erforderlich). Kurz vor der achteinhalb-km Marke erreichte die Strecke ihre steilste Stelle mit einer Steigung von nahezu 40 % (!) – bis es dann die letzten Kilometer bergab ins Ziel ging, wieder mit Blick auf die weiß getünchten Häuser Santorinis. Für den Genuß- und Ultraläufer zwar ein kurzes Erlebnis, aber dank der hammerharten Strecke doch auch anspruchsvoll und durch die Schönheit der Landschaft unvergesslich. Aber das wichtigste Santorinis: Ihre Menschen bilden die Seele eines großen Sportereignisses, das in erster Linie der Insel selbst gehört.

 

Jörg Schneider

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